Fußball ist in Europa unangefochten die beliebteste Sportart. In keiner anderen Sportart gibt es mehr aktive Spieler oder mehr Fans und bei keiner anderen Sportart ist das mediale Interesse so groß. Mit großem Abstand dahinter: Handball, Tennis, Eishockey und Rugby. Weltweit ist das nicht anders. Nur in einigen wenigen Ländern dominieren andere Sportarten wie beispielsweise American Football (USA), Cricket (Indien, Pakistan, Australien, Jamaika, Nepal und Sri Lanka), Baseball (Japan , Nicaragua, Taiwan,Venezuela), Rugby (Neuseeland, Papua-Neuguinea, Tonga), Basketball (Litauen, Philippinen) und Eishockey (Lettland, Kanada).
Es mag am mangelnden Spielverständnis und fehlenden Regelkenntnissen liegen, dass Fußball in diesen Ländern immer einen leicht abwertenden Stempel verpasst bekommt. Ein Deutscher, der sich ohne Vorkenntnisse American Football anschaut, wird sind unweigerlich unzählige Fragen stellen: Warum gibt es so viele Werbeunterbrechungen? Warum beeinflussen die Schiedsrichter nahezu jeden Spielzug? Warum ist das überhaupt Sport, wenn es doch eigentlich nur darum geht, den gegnerischen Spieler mit aller Wucht von den Beinen zu holen?
Räumen wir heute mit mangelndem Verständnis und fehlenden Kenntnissen auf. Heute wird Fußball auf eine Weise erklärt, die jeder versteht. Und vielleicht findet der ein oder andere dann ja Gefallen an dem Sport, den wir Europäer so sehr lieben. Meine Erklärungen basieren auf den deutschen und europäischen Wettbewerben. Die deutschen Ligen und Pokale sind mit anderen europäischen Wettbewerben durchaus vergleichbar und unterscheiden sich möglicherweise nur in der Anzahl der teilnehmenden Teams.
Wettbewerbe in Deutschland und Europa
In Deutschland gibt es drei Profi-Ligen und eine große Anzahl Amateur-Ligen. In den beiden höchsten deutschen Spielklassen „1. Bundesliga“ und „2. Bundesliga“ spielen jeweils 18 Teams, in der dritthöchsten Spielklasse, der „3. Liga“, sogar 20 Teams. Die Anzahl der Teams in den Amateurligen schwankt je nach Größe des jeweiligen Verbands und der Anzahl der Staffeln je Liga zwischen 15 und an die 100 Mannschaften. Aktuell sind in Deutschland etwa 2,3 Millionen aktive Spieler in rund 24.000 Vereinen aktiv.
Deutsche Ligen – 1. Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga
In allen deutschen Ligen spielt jeder Team exakt einmal gegen jedes andere Team, wobei die Saison in eine Hinrunde und eine Rückrunde unterteilt ist, in denen das Heimrecht je Begegnung wechselt. Für einen Sieg gibt es 3 Punkte, für ein Unentschieden 0 Punkte und eine Niederlage ist keine Punkt wert. Die Anzahl der Punkte entscheidet über den Tabellenplatz. Bei Punktgleichheit entscheidet die Tordifferenz. Bei Gleichheit die Anzahl der erzielten Tore. Bei Gleichheit das Gesamtergebnis aus Hin- und Rückspiel im direkten Vergleich. Bei Gleichheit die Anzahl der auswärts erzielten Tore im direkten Vergleich. Bei Gleichheit der insgesamt auswärts erzielten Tore. Bei Gleichheit findet ein Entscheidungsspiel auf einem neutralen Platz statt. Sollten Hin- und Rückspiel noch nicht ausgetragen worden sein, wird die Tabellenplatzierung lediglich nach den ersten beiden Kriterien (Punkte und Tordifferenz) ermittelt. Bei Gleichheit wird der Tabellenplatz geteilt.
In der „1. Bundesliga“ und „2. Bundesliga“ steigen die beiden Teams auf Platz 17 und 18 direkt in die nächsttiefere Liga ab und tauschen damit mit den beiden bestplatzierten Teams dieser Liga die Plätze. Zwischen dem drittschlechtesten Team der höheren und dem drittbesten Team der niedrigeren Liga findet eine Relegationsrunde aus Hin- und Rückspiel statt. Bei Torgleichheit nach beiden Partien folgt eine Verlängerung und ggf. ein Elfmeterschießen. Der Sieger wird in der kommenden Saison in der höheren Liga spielen, der Verlierer in der niedrigeren Liga. Zwischen der „2. Bundesliga“ und der „3. Liga“ ist das Vorgehen identisch, allerdings steigen die Teams auf den Plätzen 17 bis 20 direkt aus der „3. Liga“ ab und tauschen die Plätze mit den Meistern der „Regionalligen“. Der Sieger der „1. Bundesliga“ nennt sich „Deutscher Meister“.
Deutsche Pokale – DFB-Pokal und Super Pokal
Der DFB-Pokal ist der größte deutsche Pokal, an dem insgesamt 64 Teams teilnehmen, darunter alle Teams der Vorsaison aus der „1. Bundesliga“ und der „2. Bundesliga“, die besten vier Mannschaften der „3. Liga“ und die 21 Sieger der kleineren Verbandspokale. Das Turnier wird vollständig im K.O.-Systen gespielt, d.h. ein Team, das ein Spiel gegen seinen Gegner verliert, scheidet sofort aus. Bei der Auslosung der 1. Pokalrunde erhalten Amateurvereine automatisch das Heimrecht. Der Sieger des Pokals nennt sich „Deutscher Pokalsieger“.
Der Supercup wird nach Ermittlung des „Deutscher Meisters“ und des „Deutschen Pokalsiegers“ zu Beginn der folgenden Saison ausgetragen, um den sich „Deutscher Supercup-Sieger“ zu nennen. Dieser Pokal genießt nicht das höchste Ansehen und wird deshalb auch oft „Bananenpokal“ genannt.
Europäische Wettbewerbe
Auf internationaler Ebene gibt es in Europa drei Wettbewerbe, die „UEFA Champions League“, die „UEFA Europa League“ und die „UEFA Conference League“. An diesen Ligen nehmen derzeit jeweils 32 Teams teil, die sich über ihre Platzierung in den nationalen Profi-Ligen qualifizieren.
In Deutschland qualifizieren sich die Plätze 1 bis 4 für die „UEFA Champions League“, Platz 5 für die „UEFA Europa League“ und Platz 6 für die „UEFA Conference League“. Zusätzlich nimmt der „DFB-Pokalsieger“ an der „UEFA Europa League teil“. Sollte sich dieser aber bereits durch seinen Tabellenplatz für die „UEFA Champions League“ oder die „UEFA Europa League“ qualifizieren, rückt Platz 6 in die „UEFA Europa League“ nach und Platz 7 würde an der „UEFA Conference League“ teilnehmen. Die Anzahl der Teams, die eine Liga in die „UEFA Champions League“ entsenden kann, wird über die Saisonwertung entschieden. Die beiden Länder, die in der „UEFA Champions League“ am besten abgeschnitten haben, erhalten einen zusätzlichen Platz für die nächste „UEFA Champions League“.
Die europäischen Wettbewerbe werden seit 2024/2025 in einem neuen Modus ausgetragen. Jedem der 36 teilnehmenden Teams werden durch eine computerunterstützte Auslosung insgesamt 8 Teams zugelost, vier mal heim und vier mal auswärts. Kontrahenten aus dem selben Verband sind dabei nicht vorgesehen. In jeder Gruppe sind demnach 9 Mannschaften, die insgesamt 36 Spiele gegeneinander austragen, bei vier Gruppen macht das 144 Spiele in der Gruppenphase. Die Platzierung innerhalb der Gruppen ist allerdings nicht relevant, weil alle Teams in der Gesamttabelle landen. Hier qualifizieren sich die acht besten Teams direkt für die K.O.-Runde, die acht schlechtesten Teams scheiden direkt aus. Die übrigen 16 Teams nehmen an den Play-Offs zum Achtelfinale teil, wobei Platz 9 gegen Platz 24 spielt, Platz 10 gegen Platz 23, usw. Der Sieger aus Hin- und Rückspiel qualifiziert sich fürs Achtelfinale, in dem die Gegner nach dem gleichen Vorgehen bestimmt werden. Der Sieger des Finales ist entsprechend der Sieger des jeweiligen Wettbewerbs.
Weltweite Wettbewerbe
Auf weltwerter ebene findet sein 2025 die FIFA Club WM statt. Teilnehmer sind 32 Mannschaften aus den jeweiligen Kontinentalverbänden: 1 Team vom OFC (Ozeanien), jeweils 4 Teams vom AFC (Asien), CAF (Afrika) und CONCACAF (Nord- und Mittelamerika und Karibik), 6 Teams vom CONMEBOL (Südamerika) und 12 Plätze von der UEFA (Europa). Per Losverfahren werden die Teams jeweils 8 Gruppen zugeordnet. Die Gruppenbesten qualifizieren sich für das Achtelfinale und im Spiel um Platz 3 und im Finale werden dann die drei Sieger ermittelt.
Nationalmannschafts-Wettbewerbe
Jeder nationale Verband hat auch eine Nationalmannschaft, die an insgesamt drei Turnieren teilnehmen. „UEFA Europameisterschaft“ ist für Teams aus Europa gedacht. Jeder kontinentale Verband hat einen ähnlichen Wettbewerb. In der „FIFA Weltmeisterschaft“ messen sich dagegen die besten Teams aus aller Welt. Auf Europäischer Ebene gibt es zudem noch die „UEFA Nations League“. Ein Wettbewerb, der Teams in Vierergruppen (Gruppe 1, Gruppe 2, Gruppe 3, Gruppe 4) aufteilt. Vier Gruppen gehören jeweils zu einer der vier Ligen (League A, League B, League C und League D), wobei League D nur aus zwei Gruppen besteht. Man kann die „UEFA Nations League“ als ein Ligasystem für Nationalmannschaften verstehen. Die Platzierung in der Tabelle wird über die Liga, den Gruppenrang, die Punkte, die Tordifferenz, in Anzahl der erzielten Tore, die Anzahl der erzielten Auswärtstore, die Anzahl der Siege, die Anzahl der Auswärtssiege, den Fair-Play-Quotienten und den UEFA-Koeffizienten bestimmt. Nur am Ende wird für die vier besten Teams der League A noch ein Mini-K.O.-Turnier ausgetragen.
Weil die Gefahr bestand, dass die nationalen Verbände die „UEFA Nations League“ nicht zu ernst nehmen könnten, hat man die Erfolge in der „UEFA Nations League“ an die Europameisterschaft und Weltmeisterschaft gekoppelt, wo die Platzierung in der „UEFA Nations League“ Einfluss auf die Qualifikation und Auslosung hat.
Die Europameisterschaft und Weltmeisterschaft finden alle vier Jahre statt, also liegen jeweils zwei Jahre zwischen der Europameisterschaft und der Weltmeisterschaft. Die „UEFA Nations League“ ist ein jährlich fortlaufender Wettbewerb mit Auf- und Abstiegen zwischen den Ligen.
Fußballregeln
Spielfeld und Spielfeldmarkierungen
Spielfeldmarkierungen auf einem Fußballfeld sind weiß. Die beiden langen Linien ganz oben und ganz unten nennt man Seitenlinien oder Seitenauslinien. Die beiden Linien ganz links und ganz rechts nennt man Grundlinie, Torlinie oder Torauslinie. Zwischen Seitenlinie und Grundlinie ist ein Eckviertelkreis eingezeichnet, auf dem Schnittpunkt der beiden Linien befindet sich die Eckfahne. Der kleine Kasten hinter den Torauslinien ist das Tor. Der erste kleine Kasten um das Tor herum ist der Fünfmeterraum oder Torraum, der größere Kasten um den Fünfmeterraum ist der Strafraum oder Sechzehner. Der Punkt außerhalb des Fünfmeterraums und innerhalb des Sechzehners ist der Elfmeterpunkt oder Strafstoßpunkt. Der Kreis um den Elfmeterpunkt, der nur außerhalb des Sechzehners sichtbar ist, heißt Strafraumkreis oder 16-Meter-Kreis. Das Spiel wird vertikal durch die Mittellinie getrennt, in dessen Mitte sich der Mittelpunkt oder Anstoßpunkt befindet. Um dieser herum befindet sich der Mittelkreis.
Bei nationalen Begegnungen darf die Seitenlinie 90,00-120,00m (98,43-131,23yds) und die Grundlinie 45-90m (49,21-98,43yds) lang sein. Die Empfehlung für Fußballfelder in Deutschland und Europa für die Seitenlinie lautet 105m (114,83yds) und für die Grundlinie 68m (74,37yds). Bei internationalen Begegnungen muss die Seitenlinie 100-110m (109,36-120,30yds) und die Grundlinie 64-75m (70,00-82,02yds) lang sein.
Der Mittelkreis hat einen Durchmesser von 9,15 (10,00yds) um den Mittelpunkt. Die Mittellinie teilt das Spielfeld in zwei exakt gleiche Hälften.
Der Torraum erstreckt sich 5,49m (6,00yds) von beiden Seiten des Tores entlang der Grundlinie und weitere 5,49m (6,00yds) ins Spielfeld hinein.
Der Strafraum erstreckt sich 16,46m (18,00yds) von beiden Seiten des Tores entlang der Grundlinie und weitere 16,46m (18,00yds) ins Spielfeld hinein.
Der Elfmeterpunkt ist 10,97m (12,00yds) von vom Zentrum der Torlinie entfernt und der nur außerhalb des Strafraums sichtbare Strafraumkreis hat einen Radius von 9,15 (10,00yds) um den Elfmeterpunkt.
Das Tor ist 7,32m (8,00yds) breit und 2,44 (2,67yds) hoch. Die vier Viertelkreise an den Ecken des Spielfeldes haben einen Radius von 1m (1,09yds). An den vier Schnittpunkten von Seitenlinien und Grundlinien stehen die Eckfahnen, die mindestens 1,50m (1,64yds) hoch sein müssen.
Die maximale der Breite aller weißen Markierungen beträgt 0,12m (0,13yds).
Positionen
Ein Team besteht aus 11 Feldspielern und üblicherweise zwischen 7 und 12 Ersatzspielern. Außerdem wird das Team von einem Trainer, einem oder mehreren Co-Trainer, Physiotherapeuten, Mannschaftsärzten und weiteren Mitarbeitern begleitet. Jede Mannschaft hat einen Torwart, die restlichen Spieler verteilen sich gemäß ihrer Spielpositionen auf Abwehr, Mittelfeld und Angriff.
Verteidigung/Defensive
Im Tor steht der Torwart [TW] (engl.: Goalkeeper [GK]). Die Verteidigung vor ihm besteht meistens aus ein bis zwei Innenverteidigern [IV] (engl.: Central Defender [CD] oder Center Back [CB]). In defensiven Spielsystemen spielen links und rechts auf der Verteidigungslinie der Rechtsverteidiger [RV] (engl.: Right Center Back (RCB]) und der Linksverteidiger [LV] (engl.: Left Center Back [LCB]). In offensiven Spielsystemen sind das meist der Rechte Außenverteidiger [RAV] (engl.: Right Back [RB]) und der Linke Außenverteidiger [LAV] (engl.: Left Back [LB]).
Mittelfeld
Neben dem Zentralen Defensiven Mittelfeldspieler [ZDM] (engl.: Central Defensive Midfielder [CDM]), dem Zentralen Mittelfeldspieler [ZM] (engl.: Central Midfielder [CM]) und dem Zentralen Offensiven Mittelfeldspieler [ZOM] (engl.: Central Attacking Midfielder [CAM] oder Central Offensive Midfielder [COM]) wird die rechte Seite des Mittelfelds vom Rechten Mittelfeldspieler [RM] (engl.: Right Midfielder [RM]) und die linke Seite des Mittelfeldes vom Linken Mittelfeldspieler [LM] (engl.: Left Midfielder [LM]) besetzt.
Angriff/Offensive
In der Offensive spiel der Stürmer [ST] oder Mittelstürmer [MS] (engl.: Center Forward [CF] oder Striker [ST]) an vorderster Front. Hinter ihm kann manchmal die Hängende Spitze [HS] (engl.: Second Striker [SS]) spielen. Auf dem rechten Flügel spielt der Rechtsaußen [RA] (engl.: Right Winger [RW]) und auf dem linken Flügel der Linksaußen [LA] (engl.: Left Winger [LW]).
Besondere Positionsbezeichnungen
Einige Positionen haben besondere Bezeichnungen, die aufgrund der traditionellen Rückennummern zu den jeweiligen Positionen vergeben wurden. So heißt der Defensive Mittelfeldspieler „Sechser“, der Zentrale Mittelfeldspieler „Achter“ und der Offensive Mittelfeldspieler „Zehner“. Der Mittelstürmer wird oft „Elfer“ genannt. Die Fans nennt man übrigens nicht selten den „12. Mann“.
Trikotnummern
Typischerweise geben die Trikotnummern die Position der elf Stammspieler wieder. Nummer 1 ist für den Haupttorwart vorgesehen, die Nummern 2 bis 5 für die Defensive, die Nummern 6 bis 8 für das Mittelfeld und die Nummern 9 bis 11 für den Angriff. Oft sind die Nummern 12 bis 13 oder 14 für Ersatztorhüter reserviert. Für gewöhnlich wird man in Deutschland so ziemlich jede Nummer zwischen 1 und irgendwas zwischen 40 und 50 sehen, in anderen Ländern sind aber auch völlig frei gewählte Nummern bis 99 möglich.
Spielsysteme
Aus den Positionen ergeben sich die Spielsysteme. Die taktischen Spielsysteme werden durch Zahlen ausgedrückt, die von einem Bindestrich getrennt sind und immer 10 ergeben, weil der Torwart hier ignoriert wird. Dabei beginnt man mit der Defensive und endet mit dem Sturm. Das Spielsystem wird mit drei (4-4-2, 4-3-3, 3-4-2) oder vier (4-2-3-1, 4-1-4-1). Die Zahlen können zwischen 1 und 5 schwanken. 0 und 6 sind auch möglich, aber extrem selten. Aus dem Spielsystem kann man ablesen, wie viele Spieler in der Verteidigung, im Mittelfeld und im Angriff spielen, was bei Spielsystemen mit vier Zahlen verschwimmt, da der Trainer hier grundsätzlich die Möglichkeit hat, die zusätzliche Position defensiv oder offensiv auszulegen. Es ist nicht unmöglich, dass das Spielsystem während des Spiels wechselt. Das geschieht vor allem dann, wenn einzelne Bereiche des Spiels vom Gegner dominiert werden. So kann eine starke Offensive des Gegners dazu führen, dass die Defensive gestärkt wird oder eine Mittelfelddominanz des Gegners zu einer Stärkung des eigenen Mittelfelds führen. Ebenso können Einwechslungen das Spielsystem verändern, beispielsweise wenn eine Position durch eine andere ersetzt werden muss. Und natürlich kann auch der aktuelle Spielstand das Spielsystem verändern, wenn das Team unbedingt noch ein Tor braucht oder eine knappe Führung verteidigen will.
Regeln: Zeitlicher Ablauf
Eine Begegnung beim Fußball besteht aus zwei Halbzeiten mit je 45 Minuten, getrennt durch 15 Minuten Pause. Sowohl in der 1. Halbzeit als auch in der 2. Halbzeit kann der Schiedsrichter entscheiden, eine Nachspielzeit zu verordnen. Diese dient dazu, Spielunterbrechungen auszugleichen, welche die Nettospielzeit verkürzt haben, um sicherzustellen, dass auch tatsächlich 45 Minuten pro Halbzeit gespielt wurde. Solche Unterbrechungen können beispielsweise Verletzungsunterbrechungen sein, aber aus Spielverzögerungen durch Spielerwechsel, Videobeweise und andere zeitintensive Entscheidungen. Letztlich können aber auch Ereignisse fernab vom Spielgeschehen zu Unterbrechungen führen, beispielsweise Wetterveränderungen oder Fanausschreitungen, die eine potentielle Gefahr für Leib und Leben darstellen.
Im normalen Ligabetrieb setzt die die Spielzeit also aus der Länge der 1. Halbzeit (45 Min.), der Nachspielzeit der 1. Halbzeit, der Länge der 1. Halbzeit (45 Min.) und der Nachspielzeit der 2. Halbzeit zusammen,
Anders sieht es bei Begegnungen aus, die eine Entscheidung erfordern wie zum Beispiel bei K.O.-Spielen in Turnieren oder bei Unentschieden nach Hin- und Rückspielen in einigen Turnieren. Hier wird nach der regulären Spielt (90 Minuten und eventuelle Nachspielzeiten) eine Verlängerung angesetzt, die ebenfalls aus zwei Halbzeiten mit je 15 Minuten und je einer möglichen Nachspielzeit, getrennt durch 5 Minuten Pause, bestehen kann. Ist auch hier kein Sieger gefunden, geht es in der Regel nach einer kurzen Unterbrechung mit dem Elfmeterschießen weiter. Beim Elfmeterschießen stellen die Teams zuerst 5 Spieler, die abwechselnd auf das Tor des Gegners schießen. Anders als bei Elfmetern innerhalb der Halbzeiten und Nachspielzeiten ist kein Nachschuss erlaubt. Besteht nach diesen fünf Schützen ein Gleichstand, schießen beide Teams mit weiteren Schützen so lange aufs Tor bis der Schütze des einen Teams trifft und der des anderen verfehlt oder der gegnerische Torwart hält. Die Reihenfolge der Schützen bestimmten die Teams selbst. Teilnahmeberechtigt sind aber nur Spieler, die nach Abpfiff der Verlängerung auf dem Platz standen oder unmittelbar vor dem Elfmeterschießen eingewechselt wurden.
Regeln: Spielereignisse
Während eines Spiels können unzählige Ereignisse eintreffen. Hier die wichtigsten:
Abseits: Ein Spieler befindet sich im Abseits, wenn er sich im Moment der Ballabgabe in der gegnerischen Häfte befindet und mit einem relevanten Körperteil (Kopf, Rumpf, Beine) näher an der gegnerischen Torlinie ist als der Ball oder der vorletzte Gegenspieler (normalerweise der letzte Verteidiger vor dem gegnerischen Torwart). Strafbar und damit aktiv ist das Abseits nur, wenn der Spieler aktiv ins Spielgeschehen eingreift, einen Gegner beeinflusst oder einen Vorteil aus seiner Position zieht. Jedes andere Abseits ist passiv und nicht strafbar. Stehen die beiden zu vergleichenden Spieler auf gleicher Höhe, befindet sich der Spieler bei Ballabgabe in der eigenen Spielfeldhälfte oder bei einem Abstoß, Einwurf oder Eckstoß liegt kein Abseits vor. Bei einer Abseitsentscheidung erhält das gegnerische Team einen direkten Freistoß.
Handspiel: Ein Handspiel wird geahndet, wenn der Ball von der Schulter bis zu den Fingerspitzen (Grenze ist die Achselhöhle) absichtlich (bewusste Bewegung zum Ball) berührt wird oder Hand oder Arm dazu beitragen, den Körper durch eine nicht natürliche Bewegung unnatürlich zu vergrößern waagerecht weggestreckt, über Schulter). Ein Tor, dass mit einem Handspiel (selbst bei einem versehentlichen Handspiel) erzielt wurde, ist nicht gültig. Ein Handspiel ist nicht strafbar, wenn der Ball vom eigenen Körper oder vom Körper eines in kurzer Entfernung stehenden Spielers abspringt und Hand oder Arm den Körper nicht unnatürlich vergrößern. Strafbare Handspiele werden mit direktem Freistoß oder Elfmeter (Vergehen im Strafraum) geahndet. Wurde das Handspiel absichtlich ausgeführt, beispielsweise um ein Tor zu verhindern oder einen Angriff zu unterbinden, erhält der Spieler eine Gelbe Karte. Außerhalb des Strafraums gelten diese Regeln auch für den Torwart. Innerhalb des eigenen Strafraums darf der Torwart den Ball bei Rückpässen oder Einwürfen nicht mit der Hand berühren, ansonsten erhält das gegnerische Team einen indirekten Freistoß.
Foul: Ein Foul ist ein regelwidriger körperlicher Kontakt oder ein unsportliches Verhalten, dass den Gegner unfair behindert. Ein direkter Freistoß oder Elfmeter (Vergehen im Strafraum) wird bei unvorsichtigem, rücksichtslosem oder übermäßig hartem Kontakt (Treten, Anspringen, Stoßen, Schlagen, Beinstellen, Rempeln) gegeben. Ein indirekter Freistoß wird dagegen meist bei gefährlichem Spiel ohne Kontakt (hohes Bein), Behinderung des Gegners ohne Körperkontakt oder bei Torwartvergehen (Handspiel nach Rückpass) gegeben. Bei rücksichtslosen Fouls, unsportlichem Verhalten (taktische Fouls, Schwalbe) oder Reklamieren erhält der Spieler eine Gelbe Karte (Verwarnung). Bei rohem Spiel, übermäßiger Härte (Gesundheitsgefährdung), Tätlichkeit oder Verhinderung einer klaren Torchance durch ein Foul erhält der betroffene Spieler die Rote Karte (Platzverweis), Der Schiedsrichter kann entscheiden, das Spiel direkt nach einem Foul weiterlaufen zu lassen, wenn das gefoulte Team trotz des Fouls einen Vorteil (Vorteilsentscheidung) hat und keine Kopfverletzung vorliegt. Nach Abschluss der aktuellen Szene wird das Spiel dann unterbrochen. Bewertungskriterien für Fouls sind: Absicht, Intensität und die Folgen des Kontakts.
Einwurf: Passiert der Ball mit vollem Umfang die Seitenauslinie, erhält das gegnerische Team des Spielers, der den Ball zuletzt berührte, einen Einwurf. Der Einwurf muss von der Stelle ausgeführt werden, an der der Ball die Seitenlinie überquert hat (+/- etwas Toleranz entlang der Seitenlinie). Der Spieler wirft den Ball dann mit den Händen ein, muss das mit dem Gesicht zum Spielfeld stehen, beide Füße auf oder hinter der Seitenauslinie haben und den Ball mit einer Wurfbewegung einwerfen, bei der sich der Ball erst hinter und dann über dem Kopf befindet. Beim Abwurf müssen beide Füße den Boden berühren. Verstößt der einwerfende Spieler gegen diese Regeln, erhält die gegnerische Mannschaft einen Einwurf. Tore, die aus einem direkten Einwurf erzielt werden, zählen nicht.
Eckball: Passiert der Ball mit vollem Umfang die Torauslinie und ist ein Spieler des verteidigenden Teams zuletzt am Ball, wird das Spiel mit einem Eckball fortgesetzt. Der Eckball muss von der Ecke ausgeführt werden, die der Stelle, an der der Ball die Torauslinie überquert hat, am nächste ist. Der Ball muss ruhig am Boden liegen und ein Teil seines Umfangs den Eckmittelkreis berühren. Gegnerische Spieler müssen einen Abstand zur Ecke von 9,15m (10,00yds) einhalten. Nach dem Eckstoß muss ein anderer Spieler als der ausführende Spieler den Ball berühren. Ecken werden normalerweise direkt an einen Mitspieler in der Nähe gepasst oder als Flanke in den Strafraum geschlagen. Eine dirkte Torerzielung durch eine Ecke ist möglich.
Abstoß: Passiert der Ball mit vollem Umfang die Torauslinie und ist ein Spieler des angreifenden Teams zuletzt am Ball, wird das Spiel mit einem Abstoß fortgesetzt. Der Ball muss dabei vom Torwart oder einem Mitspieler des Torwarts von einem beliebigen Punkt im Fünfmeterraum mit dem Fuß gespielt werden, wobei sich gegnerische Spieler außerhalb des Strafraums befinden müssen. Mitspieler können den Ball aber bereits im Strafraum entgegennehmen. Bei einem Abstoß gibt es kein Abseits. Überquert der Ball bei einem Abstoß mit vollem Umfang die eigene Torlinie, wird das Spiel mit einem Eckstoß für den Gegner fortgesetzt. Ein direktes Tor nach Abstoß ist dagegen regelkonform.
Freistoß: Bei jedem Freistoß ist durch die gegnerischen Spieler ein Abstand von 9,15m (10,00yds) zum Ball einzuhalten. Bei einem direkten Freistoß wird der Freistoß am Ort des Geschehens ausgeführt und kann direkt aufs Tor geschossen werden. Bei einem indirekten Freistoß muss der Ball zuvor einen anderen Spieler berühren. Wird dennoch ein direktes Tor nach einem indirekten Freistoß erzielt, wird das Spiel mit Abstoß fortgesetzt. Bei Vergehen im Torraum wird der Ort der Ausführung auf die Linie des Fünfmeterraums verlegt. Vor Ausführung des Freistoßes muss der Ball ruhen.
Elfmeter: Vor Ausführung des Elfmeters muss ein Teil des Ballumfangs die Mittel des Elfmeterpunktes berühren. Der durch das ausführende Teams bestimmte Elfmeterschütze führt den Elfmeter aus. Der Torwart darf sich dabei nur zwischen den Torpfosten und auf der Torlinie bewegen. Er darf den Schützen nicht durch unfaires Verhalten ablenken oder Torpfosten, Querlatte oder Tornetz berühren. Der Schütze darf Anlauf nehmen, muss sich dem Ball aber in einer ununterbrochenen Bewegung nähern. Der Ball muss nach vorne bewegt werden, kann aber auch mit der Hacke gespielt werden. Alle anderen Spieler als der Schütze und der Torwart müssen sich außerhalb des Strafraums befinden und dürfen den Strafraum erst betreten, wenn der Ball den Fuß des Schützen verlassen hat. Ein Nachschuss, sofern erlaubt, darf nur von einem anderen Spieler als den Schützen oder nach Pass durch einen anderen Spieler als den Schützen durchgeführt werden. Begeht der Schütze oder einer seiner Mitspieler ein Vergehen und der Ball geht ins Tor, wird der Strafstoß wiederholt. Geht der Ball nicht ins Tor, wird das Spiel unterbrochen und mit indirektem Freistoß für das verteidigende Team fortgesetzt. Diesen indirekten Freistoß gibt es auch, wenn der Ball nicht nach vorne gespielt wurde, ein nicht zum Schützen bestimmter Mitspieler den Freistoß ausführt oder der der Elfmeterschütze beim Anlaufen eine Finte (angetäuschter Schuss) ausführt. begeht der Torwart ein Vergehen und der Ball landet im Tor, zählt der Treffer. Bei einem Treffer an Querlatte oder Torpfosten wird der Strafstoß nur wiederholt, wenn das Vergehen des Torwarts den Schützen eindeutig beeinträchtigt hat. Wird der Ball nach einem Vergehen abgewehrt, wird der Elfmeter wiederholt. Begeht ein Mitspieler des Torwarts ein Vergehen und der Ball geht ins Tor, zählt der Treffer. Geht der Ball nicht ins Tor, wird der Elfmeter wiederholt.
Doppelberührung: Eine Doppelberührung liegt vor, wenn der Spieler, der einen Freistoß, Eckball, Abstoß oder Elfmeter ausführt, den Ball als erster Spieler erneut berührt. Bei einem Elfmeter wird die Ausführung wiederholt, bei allen anderen Ereignissen wird ein indirekter Freistoß gegen den Spieler verhängt.
Spielerwechsel: Gemäß der aktuellen nationalen und internationalen Regeln darf der Trainer während eines Spiels insgesamt 5 Spieler in 3 Wechselphasen plus Halbzeitpause auswechseln. Der Trainer zeigt den geplanten Wechsel beim vierten Offiziellen an. Bei einer der nächsten Spielunterbrechungen kann der Schiedsrichter dem Wechsel dann zustimmen. Es wird eine Tafel hochgehalten, welche die Rückennummer des auszuwechselnden und des einzuwechselnden Spielers anzeigt. Der ausgewechselte Spieler muss das Feld dort verlassen, wo er der Seitenaus- oder Torauslinie am nächsten ist. Der eingewechselte Spieler muss eine kurze Überprüfung seines Equipments durchführen lassen (insbesondere Schmuck, Schuhe, Stollen) und betritt das Feld nahe der Mittellinie. Ausgewechselte Spieler dürfen im Profibereich nach ihrer Auswechslung nicht mehr eingewechselt werden. Sollte das Wechselkontingent erschöpft sein und sich ein Spieler verletzen oder aus einem anderen Grund ausgewechselt werden müssen, kann er nach einer durch den Schiedsrichter genehmigten Unterbrechung das Spielfeld als ausgewechselter Spieler verlassen. Eine Einwechslung eines anderen Spielers ist dann aber nicht mehr möglich und das Team muss mit einem Spieler weniger weiterspielen.
Schiedsrichter: Schiedsrichter ist ein Sammelbegriff für die Schiedsrichter auf und neben dem Platz. Der Hauptschiedsrichter ist der, der mit seiner Pfeife das Spiel anpfeift, abpfeift, unterbricht und wiederaufnimmt, Spielszenen beurteilt und Vergehen mit Elfmetern, Freistößen und Karten sanktioniert. Die beiden Linienrichter (Schiedsrichterassistenten) sind mit Fahnen ausgestattet. Einer der beiden Linienrichter übernimmt die rechte oder linke Seite des Feldes von der unteren oder oberen Seitenlinie aus und der andere die jeweils andere Seite. Mit ihren Fahnen zeigen sie Abstoß oder Eckball, die Richtung des Einwurfs und Fouls in ihrer Nähe an und können den Schiedsrichter via Funk beraten. Ein weiterer vierter Offizieller steht außerhalb des Platzes nahe der Trainerzonen und kümmert sich um Ein- und Auswechslungen und Schlichtungen abseits des Platzes.
Videoschiedsrichter: Der Videoschiedsrichter (VAR = Video Assistent Referee) und sein Assistent (AVAR = Assistant Video Assistant Referee) sitzen fernab des Spielgeschehens in Köln im „Kölner Keller“ (VOR = Video Operation Room). Der VAR analysiert strittige Szenen in Zeitlupe und aus verschiedenen Perspektiven, wird dabei von der Beobachterrolle des AVAR unterstützt und gibt Empfehlungen an den Schiedsrichter weiter. Der VAR darf bei Toren eingreifen, wenn ein Foul, Handspiel oder Abseits vorlag, das Tor keines war oder der Ball im Aus war. Er darf bei Elfmetern eingreifen, wenn der Elfmeter zu Unrecht gegeben wurde oder ein berechtigter Elfmeter nicht gegeben wurde, der Ball vorher im Aus war oder der Schütze, die angreifende Mannschaft sich im Vorfeld eines Vergehens schuldig machte oder beim Ausführen des Elfmeters der Schütze, seine Mannschaft oder der Torhüter sich eines Vergehens schuldig machten. Außerdem kann er auf direkte Rote Karten hinweisen (Vereitlung einer Torchance durch ein Vergehen, Tätlichkeit oder grobes Foulspiel) und eine Spielerverwechslung stattgefunden hat, beispielsweise der falsche Spieler wurde eingewechselt oder der falsche Spieler hat eine Karte erhalten.
Videobeweis: Der Videobeweis dient der Beurteilung einer Spielsituation. In allen Situationen, in denen der VAR eingreifen kann, kann der VAR dem Schiedsrichter empfehlen, sich die Situation selbst an einem Monitor außerhalb des Spielfelds anzusehen und die Szene bei Bedarf neu beurteilen. Entscheidungen nach Videobeweis werden verbal durch den Schiedsrichter im Stadion verkündet und auf den Videoleinwänden im Stadion und den Fernsehern zu Hause angezeigt.
Eagle Eye: Das Eagle Eye oder auch Torlinienkamera ist eine automatische Überwachung des Tores, die über eine 3D-Projektion der Spielsituation beurteilen kann, ob der Ball nach einer Torerzielung mit vollem Umfang über der Torlinie war (Tor zählt) oder nicht (Tor zählt nicht).
Halbautomatische Abseitslinie: Die Halbautomatische Abseitslinie hilft dem Videoschiedsrichter bei der Beurteilung besonders knapper Abseitspositionen, die eine Spielsituation entscheidend beeinflussen würden. Es wird geprüft, ob der angreifende Spieler einen Körperteil, mit dem ein Tor erzielt werden darf, näher an der Torauslinie war als der vorletzte Verteidiger.
Schiedsrichterball: Wird das Spiel ohne Regelverletzung unterbrochen, beispielsweise bei einer Verletzung ohne Gegnereinwirkung oder wenn der Schiedsrichter den Ball berührt und sich dadurch der Ballbesitz ändert, wird ein Schiedsrichterball ausgeführt.
Schiedsrichtersignale: Schiedsrichter zeigen jede Spielunterbrechung und Entscheidung an. Dafür gibt es verschiedenste Handzeichen, denen in jeder Situation folge zu leisten ist. Der Ball wird an der Stelle der Unterbrechung dem Team übergeben, das zuletzt Ballbesitz hatte. Alle anderen Spieler müssen einen Abstand von 4,00m (4,37yds) einhalten. Beim Schiedsrichterball lässt der Schiedsrichter den Ball aus Hüfthöhe fallen. Sobald der Ball den Boden berührt, gilt das Spiel als fortgesetzt. Direkt nach dem Schiedsrichterball darf kein Tor erzielt werden. Geht der Ball ohne Berührung eines weiteren Spielers ins Tor, wird auf Abstoß oder Ecke entschieden. Verlässt der Ball ohne Berührung das Spielfeld, wird der Schiedsrichterball wiederholt. Findet die Unterbrechung im Strafraum statt, wird der Schiedsrichterball auf der Strafraumlinie ausgeführt.
Karten: Im Fußball gibt es Gelbe Karten, Gelb-Rote Karten und Rote Karten. Gelbe Karten sind Verwarnungen. Die zweite Gelbe Karte in einem Spiel wird zur Gelb-Roten Karte und verweist den Spieler vom Spielfeld und sperrt den Spieler für ein Spiel. Auch die fünfte Gelbe Karte in beliebig vielen Spielen führt zu einer Sperre im nächsten Spiel. Eine Rote Karte ist die härteste Bestrafung und bedeutet ebenfalls den sofortigen Platzverweis. Rote Karten werden allerdings vor dem Schiedsgericht behandelt und können zu Sperren für ein Spiel bis zu lebenslangen Sperren führen.
Fußball-Jargon
Es gibt ein paar Begriffe, die teilweise auch in anderen Sportarten verwendet werden, die man aber durchaus als Fußball-Jargon bezeichnen kann.
Abseitsfalle: Die Abseitsfalle ist ein bewährtes Mittel der Abwehr, Situationen zu erzeugen, bei denen die Abwehr so geschickt verschiebt, dass beim Pass auf einen angreifenden Spieler eine Abseitssituation erzeugt und die abwehrende Mannschaft so einen Freistoß zugesprochen bekommt. Funktioniert die Abseitsfalls aber nicht, kann daraus schnell eine sehr brenzlige Situation für die verteidigende Mannschaft werden.
Abstauber: Ein Spieler, der nach einem Torschuss seinen Mitspielers den abgewehrten Ball aufnimmt und selbst das Tor erzielt, nennt man Abstauber. Vermutlich, weil die Eigenleistung des Spielers an der Szene eher gering ist und er nur seinen Nutzen daraus zog, dass ein Mitspieler nicht getroffen hat.
Aluminium: Hiermit ist die in der Regel aus Aluminium bestehende Umrandung des Tors gemeint, die auch als Pfosten (rechts und links) und Querlatte/Latte bezeichnet werden.
Doppelpass: Ein Pass auf einen Mitspieler, der diesen, in der Regel ohne den Ball zu stoppen oder zu führen, direkt an den gleichen Mitspieler zurück passt. Doppelpässe werden oft eingesetzt, um Abwehrspieler und Abwehrreihen schnell zu überspielen.
Dribbling: Bei einem Dribbling führt der Spieler den Ball am Fuß und geht in einen Zweikampf mit einem oder mehreren Gegenspielern und versucht dabei, durch Tricks und Täuschungen den Zweikampf zu gewinnen und vor allem den Ball nicht zu verlieren. Einer der bekanntesten Meister des Dribblings ist der Argentinier Lionel Messi.
Fallrückzieher: Der Spieler schießt dem Ball im Fall über Kopf mit dem Fuß, während er sich im Fall nach hintern befindet und vom Tor abgewandt ist. Einer der schönsten Fallrückzieher der Geschichte gelang Zlatan Ibrahimovic bei einem Länderspiel mit der schwedischen Nationalmannschaft gegen das englische Team. Er traf per Fallrückzieher aus etwa 27,50m (30,00yds).
Flanke: Ein Pass, meist hoch und von außen in den Strafraum gespielt, der das Ziel hat, einen Mitspieler in die Lage zu versetzen, per Kopfball oder Schuss ein Tor zu erzielen.
Flugkopfball: Ein Kopfball, bei dem sich der Spieler in einer „fliegenden“ Haltung befindet. In der Regel ein Sprung, bei dem sich der Spieler in einer Haltung waagerecht über dem Boden befindet undden Ball per Kopf spielt. Einer der schönsten Flugkopfbälle mit Torfole gelang dem Niederländer Robin van Persie bei der WM 2014 in Brasilien.
Grätsche: Bei einer Grätsche rutscht der verteidigende Spieler, meistens aus dem Lauf heraus, aus einer beliebigen Richtung Richtung Ball oder ballführenden Spieler und versucht mit den Füßen den Ball zu spielen oder zu blocken. Gut ausgeführte Grätschen, die ohne ein Foulspiel zu einer Trennung von Ball und Spieler führen oder einen Angriff vereiteln, zeugen von großem defensiven Talent. Leider sind Grätschen aber auch die häufigste Ursache für schwere Fouls mit Verletzungsfolge, da Bruchteile einer Sekunde entscheiden, ob der Ball oder der ballführende Spieler getroffen wird.
Hacke: Wird der Ball nicht mit dem Vorderfuß oder dem Seitenfuß gespielt, und stattdessen die Hacke verwendet, nennt man den Schuss auch genau so.
Hattrick: Ein Hattrick bezeichnet den Erfolg eines einzelnen Spielers, drei Tore in einem Spiel zu erzielen. Hierbei spielt es keine Rolle, wann die Tore geschossen wurden.
Kerze: Kerze meint einen verunglückten, nicht kontrollierten und meistens hohen Pass oder Schuss, der sein Ziel wet verfehlt.
Kopfball: Beim Fußball ist das Annehmen und Spielen mit dem Kopf jederzeit erlaubt. Ein Kopfball ist ein mit dem Kopf gespielter Ball, entweder als Pass auf einen anderen Spieler oder als Schuss-Alternative.
Joker: Als Joker bezeichnet man einen Spieler, der ins Spiel eingewechselt wird und ein Tor erzielt. Passiert dies in mehreren Spielen, wird aus dem Joker schnell der sogenannte Edeljoker.
Lupenreiner Hattrick: Ein Lupenreiner Hattrick bezeichnet den Erfolg eines einzelnen Spielers, drei Tore in einem Spiel zu erzielen, allerdings ohne Unterbrechungen, d.h. in einer Halbzeit und idealerweise ohne Tore durch andere Spieler.
Manndeckung: Die Manndeckung ist ein taktisches Element, um erfolgreiche Pässe des Gegners zu verhindern. Dabei werden die abwehrenden Spieler einem Gegenspieler zugeordnet, den sie decken und so als potentiellen Passempfänger aus dem Spiel nehmen sollen. Das Gegenteil der Manndeckung ist die Raumdeckung.
Pressing: Als Pressing bezeichnet man eine Spielweise, bei der ein Team durch gemeinsamen vor- oder aufrücken großen Druck auf den ballführenden Spieler aufbaut, um selbst in Ballbesitz zu kommen. Pressing funktioniert in allen Mannschaftsteilen, also als Abwehrpressing, Mittelfeld-Pressing und Angriffspressing.
Raumdeckung: Die Raumdeckung ist ein taktisches Element, um erfolgreiche Pässe des Gegners zu verhindern. Dabei werden die abwehrenden Spieler einem Raum zugewiesen und sind dafür zuständig zu verhindern, dass gegnerische Pässe erfolgreich sind. Das Gegenteil der Raumdeckung ist die Manndeckung.
Schwalbe: Als Schwalbe bezeichnet man den Versuch eines Spielers, ein Foulspiel vorzugaukeln, um dadurch einen Vorteil wie einen Freistoß in Tornähe oder einen Elfmeter zu erhalten. Schwalben gelten als unsportliches Verhalten und werden mit einer Gelben Karte bestraft. Seit Einführung der Videobeweise sind Schwalben mit Elfmeterfolge nur noch sehr selten.
Seitfallzieher: Sehr ähnlich zu einem Fallrückzieher, nur ist der Spieler nicht vom Tor abgewandt und fällt nicht gerade auf den Rücken, sondern befindet sich in einer auf der Seite „liegenden“ Position in der Luft.
Tackling: Ein Tackling bezeichnet den körperlichen Kontakt, der das Ziel hat, den gegnerischen Spieler abzudrängen, seine Laufrichtung zu beeinflussen oder ihn zu foulen. Alles, was über normalem Körperkontakt hinaus geht, besonders wenn dabei die Arme verwendet werden, gilt als Foulspiel.
Tricks: Im Fußball gibt es unzählige Tricks, um den Gegner im 1:1 zu überlisten. Zu den einfachen Tricks gehören Übersteiger und Flickbälle. Als Mittelschwer gelten Tempowechsel, der Puskas-Trick, Ausbrüche, Cuts, L-Finten, Sidesteps, 90-Angels, Multikicks, Outside Flicks, Upper Bodys und Forward Kicks. Schwer sind dagegen besondere Übersteiger, der Beckenbauer-Turn, der Matthews-Trick, Übersteiger mit Kick, Maradonna-Kreisel, Schwere L-Finten, Superkicks, Double-Cuts, Back-Kicks, Kickrolls, Doppelscheren und der Portual-Twist. Es gibt sicher noch einige mehr, die ein besonderer Augenschmaus für jeden Zuschauer sind.
Tunnel: Ein Tunnel ist peinlich für den generischen Spieler und bezeichnet eine Situation, bei dem der Gegenspieler oder der Torwart bei einem Pass oder einem Schuss den Ball durch die Beine gespielt bekommt.
Zuckerpass: Ein Pass, entweder sehr steil oder einfach nur sehr präzise, der exakt in die Bewegung des Mitspielers gespielt wird, sodass dieser keine Mühe hat, den Ball anzunehmen und zu verarbeiten.
Zwölfter Mann: Als Zwölften Mann bezeichnet man beim Fußball die Fans. Da die Nummern 1 bis 11, zumindest in der Theorie, den Spielern auf dem Platz gehören und die Fans durch ihren Support, ihre Gesänge und ihren Applaus das Spiel durchaus verändern können, bezieht man sie als Zwölften Mann ins Spiel ein. Das bedeutet aber nicht, dass die Nummer 12 reserviert ist. Bei vielen Teams trägt der Ersatztorwart die Nummer 12.
Statistiken
Statistik - 1. Bundesliga vs. NFL (nur Profis)
| Statistik | Deutschland | USA |
|---|---|---|
| Aktive Spieler | ≈ 520 | ≈ 1.700 |
| Anzahl Vereine | 18 | 32 |
| Spieler Top-Geschwindigkeit | 36,32km/h (22,57mph) | 36,02km/h (22,38mph) |
| Spieler-Top-Laufdistanz pro Spiel | ≈ 11km (6,84mi) | ≈ 2km (1,24mi) |
| Top Team-Laufdistanz pro Spiel | 123km (76,43mi) | keine Daten (no data) |
| Top Team-Pässe pro Spiel | 705,81 | 38,2 |
| Top Team-Pässe (erfolgreich) | ≈ 90% | ≈ 65% |
| Top Team-Strafen pro Spiel | 2,48 | 4,50 |

